Montag, 16. Januar 2017

Dominikus Zimmermann: Lichtgestalt des Rokoko

Dominikus Zimmermann: Lichtgestalt des Rokoko Gebundene Ausgabe – 18. Oktober 2016 von Axel Tilch (Text), Hans Engels (Fotos)

45029341zDominikus Zimmerman wurde am 31.(!)Juni 1685 in Gaispoint geboren - erst 1853 erhielt der Ort die amtliche Erlaubnis sich Wessobrunn zu nennen - und starb am 16. November 1766 in seinem von ihm unterhalb der Wieskirche erbauten Wohnhaus. Der Taufbucheintrag des Wessobrunner Pater Marianus trägt das Datum „31. Juni“. Vielleicht war es diese Kuriosität, die schon zur Geburt die Einzigartigkeit eines Kindes ankündigte, das sich zu einem der berühmtesten Baumeister des Rokoko entwickelte, „Architect e Stuckador Landsbergiensis”.
Zusammen mit seinem Bruder, dem Maler und Stuckateur Johann Baptist Zimmermann schuf er solche Meisterwerke wie die Wallfahrtskirche Steinhausen und die Wieskirche bei Steingaden, sozusagen ein „dreamteam“ des 18. Jahrhunderts. Seine Bauten zeigen, was mit der Vorstellung „Das eine im anderen“ gemeint ist: Jedes Projekt ist schon im nächsten angelegt, und das nächste im übernächsten. Am Ende dieser Kette steht die Wieskirche. Sie ist einer der magischsten Orte des Rokoko und lebt nur durch das Licht – man könnte von einer architektonischen Transsubstantion sprechen, der Verwandlung von Materie in gleißendes Licht.
Charles Moore beschreibt in seinem Buch »Body, Memory and Architecture« eindrucksvoll die Wirkung der Architektur auf die Gläubigen: »Wenn die Sonne während eines stundenlangen Gottesdienstes wandert, streift das Sonnenlicht die weißen und goldenen Feinheiten des Stucks, weist auf sie hin und hebt sie hervor, und lässt auf den Köpfen und Körpern der Heiligen, den wallenden Formen und dem goldenen Gewirr der Girlanden, Schatten zurück. Aber das faszinierendste im Licht sind die Pfeiler, eine Verbindung von rund und kantig, im Querschnitt ein Kreis mit hohlkehlenartig angesetzten Kanten, wobei der Schatten etwas Licht bekommt, so dass eine scharfe dunkle Linie die schattige Seite begrenzt oder umgekehrt eine leuchtende Linie die helle Seite des Pfeilers.
Das Licht erfüllt die Gläubigen, es hüllt jeden in eine heitere vergängliche Wärme und trennt sie vom Mysterium des dunkleren farbigen Hochaltars. Hier wird mit der Sonne das ganze Zauberwerk des barocken Theaters die Heilige Messe zelebriert.«
Die Ausstellung »Lichtgestalt des Rokoko« in Landsberg zeigt, wie Dominikus Zimmermann sich von Bauwerk zu Bauwerk in seinen Ausdrucksmöglichkeiten steigert und wie virtuos er am Ende mit dem Bau der Wieskirche das Licht in nie gekannter Weise als Gestaltungselement für den Innenraum einsetzt.



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Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland“
Neubau. Architektur und Stuck, Chorfresko und Langhausfresko von Johann Baptist Zimmermann. 1745-1754
Wies bei Steingaden Landkreis Weilheim-Schongau, Oberbayern

„ Wie stellt man es an, dass ein
Gebäude einen Standort beherrscht,
dessen Ausmaße nichts mit ihm gemein
haben?“


Das Flüstern des Ortes - Eine unbestechliche Persönlichkeit: die Landschaft mit den vier Himmelsrichtungen. Die Wieskirche lebt von ihrer Stellung in der Wiesen- und Waldlandschaft. Wie aber ist es möglich, dass ein Gebäude von einigen Kubikmetern Schwerpunkt einer Landschaft von Millionen Kubikmetern sein kann? Wie stellt man es an, dass ein Gebäude einen Standort beherrscht, dessen Ausmaße nichts mit ihm gemein haben? Es ist wohl die Dichte. Das Material, die physische Masse und die Anordnung der Formen lassen den Bau für das Auge und den Geist dichter erscheinen als ein Baum oder ein Hügel. Ohne diesen Schwerpunkt gibt es keine Architektur. Die körperliche Präsenz der Architektur macht sie unverrückbar, der Ort ist garantiert. Aber ohne den Ort, den einen, gibt es keine Architektur. Zur Einmaligkeit des Ortes - eine völlig freie Architektur. Kein anderes Programm als das Lesen der Messe, eine der ältesten menschlichen Handlungen.
Von Norden kommend empfängt den Pilger ein wohlmodellierter Baukörper aus Priesterhaus, Turm, Chor, ausgebauchtem Langhaus mit der plastischen Vorwölbung der Westfassade, die als Auftakt mit den Säulen, Baldachinen und dem in weichen Kurven verlaufenden Giebel eine Ahnung vom überwältigenden Innenraum gibt.




Schloss- und Wallfahrtskirche „Maria von der Versöhnung“
Neubau. Architektur, Stuck und Fresken 1739-1742
Pöring Landkreis Landsberg am Lech, Oberbayern

Schlosskirche Pöring „Maria Versöhnung“ - Der Bischof von Augsburg wollte dem Neubau der Wallfahrtskapelle nur zustimmen, wenn sie nicht durch das Schloss, sondern frei von außen betreten werden kann. Zunächst sollte der Landsberg Maurermeister Leonhard Möhringer den Auftrag bekommen. Er zog sich jedoch aus Altersgründen zurück, so dass Dominikus Zimmermann den Zuschlag erhielt. Während er die Frauenkirche in Günzburg ausführte, arbeitete er auch an den Plänen für die Schlosskirche Pöring. 1739 fand die Grundsteinlegung statt. Die Bauausführung ging jedoch nur schleppend voran, erst drei Jahre nach Baubeginn stand der Rohbau, da das Geld fehlte. Erst 1755 konnte das Gotteshaus geweiht werden; die Fertigstellung des Hochaltars verzögerte sich gar bis 1769.

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Dreipass und Quadrat - Die Schlosskirche Pöring wird als Dreikonchen- oder Dreiapsidenkirche beschrieben. Die Kirche ist aber viel raffinierter: Der Chor zeigt im Grundriss einen ungleichen Dreipass der mit einem Langhaus organisch verschmolzen wird. Pöring ist eigentlich eine Mischung aus Zentralbau und Längsbau. Die Flachkuppeln der drei kreisförmigen Altarräume schwingen wie Baldachine in das Spiegelgewölbe des Hauptraums ein. Dort werden sie von Mauerbögen aufgenommen und in einer eleganten Wellenlinie von den Kapitellen der frei vor der Wand stehenden Säulen aufgefangen. Das alles gibt dem kleinen Kirchenraum eine erstaunliche Leichtigkeit, Harmonie und „Bella Figura“. Die weißen Wände und die feine zurückhaltende Stuckierung unterstreichen dazu noch seine Vornehmheit.



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Kurventechnik - Die „Delicatesse“ geschwungener Linien und sanft ondulierter Oberflächen faszinieren die meisten Menschen. Die Freude bei der Wahrnehmung geschwungener Formen beruht wohl darauf, dass der Gesichtssinn als Stellvertreter des Tastsinns fungiert. Das Sehen ist mit dem Wunsch nach Berührung verbunden. Während das Auge an der konvexen Gestalt entlang wandert, tastet es sie gewissermaßen ab. Es gibt also eine Verbindung zwischen Sehen und Fühlen, und es scheint, dass wir uns angesichts weicher, gerundeter, geschmeidiger Formen entspannen,

„Die Linie genießt der Betrachter,
wie wenn er der Schönheit eines
Frauenhalses oder der kalligrafische
Eleganz einer schönen Schrift
mit den Händen entlang fährt.“

während wir kantigen, eckigen Objekten eher kühl gegenüber stehen. Die Linie, die das Konvexe und Konkave zeichnet, genießt der Betrachter, wie wenn er der Schönheit eines Frauenhalses oder der kalligrafische Eleganz einer schönen Schrift mit den Händen entlang fährt. Während man der Spur mit den Augen nachgeht, streicht man über die Oberflächen und fährt nicht nur Umrisse ab, sondern man erfasst auch das Körpervolumen. In der Schönheit der Wellenlinie fällt zudem die Schönheit des Funktionalen mit der des Ornamentalen auf natürliche Weise zusammen.




Filialkirche St.Johannes am Vorderanger (Johanniskirche)
Neubau. Architektur, Stuck, Hochaltar, Wand- und
Kuppelfresko 1740-1754
Landsberg am Lech Oberbayern

Klassik gemixt mit Popart - Der Kirchenraum verblüfft wegen seines purifizierten Rokoko, er ist von einer fast klassizistischen Coolness. Acht reinweiß gekalkte Säulen stehen mit leichtem Abstand vor den Wänden, die in Benediktbeurer Grün gestrichen sind. Auf den Korinthischen Kapitellen der Säulen sitzt ein kantig weit vortretendes Gebälk, dazwischen ein das Deckengemälde scharf trennendes Gesims. Das Fehlen der üblichen Stuckierung gibt dem ganzen Raum eine sehr vornehme Atmosphäre. Das rechteckige Langhaus wird im Innern zu einem Oval mit angefügten halbrunden Nischen umgemodelt. Der Chor wird als Kreis angefügt. Der Blick erfasst Hochaltar und Seitenaltäre, die in den westlichen Nischen stehen, gleichermaßen.
Alle drei Altäre haben sich von der strengen Tektonik früherer Altarbauten gelöst. Zwar gibt es noch ein Antependium, eine Mensa, eine Predella und das Altarbild, aber alles schwingt, schweift und schwebt. Die Seitenaltäre schwingen und kurven sich über C-Bögen nach außen und innen. Wo früher Sockel, Stuckmarmorsäulen, Kapitelle und Gesimse waren, schwänzeln kokett Rocaillen hoch und verbinden sich mit der Herzgloriole die über und über mit Putti und goldenen Strahlen besetzt ist. Der Antragsstuck der beiden Altäre ist völlig weiß gehalten, über das Weiß fließen goldene Linien und Verzierungen bis zum goldenen Strahlenkranz.

„Alles schwingt, schweift und schwebt.
Die Seitenaltäre schwingen und kurven
sich nach außen und innen. Wo früher
Sockel, Säulen und Gesimse waren,
schwänzeln kokett Rocaillen hoch
und verbinden sich mit über und
über mit Putti und goldenen Strahlen
besetzten Herzgloriole.“

Zwei Säulen des Langhauses geben den Durchblick auf den Hochaltar frei, der in einem eigenen Altarhaus steht. Dieser Altar ist der absolute Höhepunkt der Kirche und steht in scharfem Kontrast zur Strenge des Langhauses. Ein dreigliedriger Porticus aus nixenartigen Pfeilern, wie Fischschwänze von Wasserfrauen, rollt sich von den Schaumkronen und der Gischt der Predella in die Höhe zu einem Feuerwerk aus Blumen, Blüten, Blättern, C-Bögen, Rocaillen und Blumengirlanden, und überall schwingen Putten hoch bis zur Gloriole mit der Taube als Symbol des Heiligen Geistes. Die Figurengruppe in der Mitte des Hochaltars stellt die Taufe Christi durch Johannes d.T. im Jordan dar. "Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn.“ (Markusevangelium, Kapitel 1, Vers 9). Durch die Öffnungen des Altarportikus erscheint im Hintergrund eine Flusslandschaft mit Palmen und exotischen Bäumen. Malerei und Plastik gehen ineinander über. Die ganze Szene wird indirekt durch die verdeckt liegenden Westfenster des Altarhauses beleuchtet, besonders effektvoll im Gegenlicht der untergehenden Sonne. Diese Altäre, obwohl sie biblische Themen darstellen, sind so modern wie die Collagen oder Assemblagen der Pop Art.

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Freitag, 6. Februar 2015

Austragshäusl

https://www.baumeister.de/kleiner-segler/
//www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Atelier_und_Gaestehaus_von_Tilch_und_Drexler_4000977.html
//www.beton.org/service/presse/details/scharfe-kante/

Ein Schiff?

F: Soll nun ein Haus so aussehen wie ein Schlafwagen oder wie ein Schiff? S: Nein. F: Wie denn? S: Wie ein Haus.
Josef Frank, Vom neuen Stil

Der Grundriss zeigt ein großes Trapez, das sich nach Süden öffnet, und ein schmales sich verjüngendes Trapez nach Norden, in der Mitte als Gelenk die Box mit Dusche, Waschbecken und WC. Einzig die Westwand im nördlichen Trapez ist parallel zur Ostwand im südlichen Trapez, sonst liegt das Haus wie ein gekrümmter Bumerang in der Wiese.
Gemacht ist das Ganze aus rot durchgefärbtem Leichtbeton. Rohbau ist gleich Ausbau. Die rohe Sichtbetonwand mit ihrem heftigen Anblick lässt uns in Ruhe, sie tut nicht so als ob, sie zeigt und sie ist, was sie ist. Ein Spiel aus Licht und Schatten. Ästhetischer Rigorismus schliesst alle Anmutsqualitäten ebenso aus wie erzählerische Momente. Livio Vacchini hat einmal in einem Interview gesagt, Architektur brauche "rigore", um Geltung zu erlangen. So ist es gemeint.
Die Technik ist sekundär, es hat sich nicht soviel geändert, man sitzt auf der Türschwelle und schaut in die Sonne. Die Sonnenenergie wird ohne Umwandlungsverluste über die grossen Schiebefenster genutzt, und im Boden und den Wänden gespeichert. Sollte es doch einmal nicht funktionieren, hilft ein Grundofen, der über 10 Stunden Strahlungswärme abgibt, und eine elektrische Fussbodenheizung zur Bodentemperierung.
Im übrigen gilt: »When too perfect, dann lieber Gott böse.«
Nam June Paik

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Freitag, 12. Mai 2006

Passives Solarhaus Riederau Ammerseewest

"Im Masse mit der Landschaft wuchs Dein Haus, nicht höher als der nahe Baum es sinnt. "
Stefan George

Für jeden Architekten ist es von entscheidender Bedeutung wahrzunehmen, was bewahrt, was vom vorhandenen Ort in die neue Gegenwart eindringen sunhouse-1
und nach dem Bau darin auftauchen soll. Das Verständnis dafür, was zu ignorieren, was abzuziehen, auszulöschen, hinzuzufügen oder umzugestalten ist, gehört zu den Grundlagen der Architekturpraxis.

Die Vorläufer passiver Solarhäuser sind die Palmenhäuser und Orangerien des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Am berühmtesten ist die Orangerie von Sanssouci in Potsdam geworden, für München stehen die Palmenhäuser von Schloss Nymphenburg.
Das war der Plan: ein bewohnbares Palmenhaus mit den Bedingungen des Grundstücks, der Vegetation, und der in unseren Breitengraden herrschenden Klimaverhältnissen zu entwickeln. Keine komplizierte Steuerung, keinen technischen Aufwand.

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Der Baukörper zeigt eine nach Süden aufgeglaste Schachtel. Der Lauf des Tages geht sommers und winters durch die Räume hindurch und der Rhythmus des Jahres ist am Stand der Sonne an den Wänden und Böden sichtbar. Die große Glasfassade nimmt jede Veränderung der Helligkeit am Himmel wie ein Belichtungsmesser sofort wahr, und alles, was in der Natur geschieht, spielt sich auch im Inneren ab.

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Die Sonnenenergie wird direkt genutzt. Die einfallenden Sonnenstrahlen treffen auf Böden und Wänden auf und werden in Wärme umgewandelt. Decken, Wände und Böden bilden die Speichermasse, die an sonnigen Tagen wie ein solarbeheizter Kachelofen arbeitet. Die massiven Wände geben die eingefangene Wärme mit Zeitverzögerung als Strahlungswärme wieder ab. Darüber hinaus wirken die Räume wie Warmluftkollektoren: die erwärmte Luft wird durch Öffnen von Türen und Lamellenfenster in Räume geleitet, die nicht auf der Südseite liegen. Das trifft für die im Norden liegenden Nebenräume und den Raum hinter dem Glashaus zu.

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Das Haus vereinigt in sich mehrere Anwendungen der passiven Solarenergienutzung. Es gibt das normale Sonnenfenster mit einem Wirkungsgrad von 60 - 80%, die Solarwand mit 30 - 50% und das Glashaus mit 15- 30%. Das Glashaus hat neben der Funktion als Wintergarten noch die Aufgabe einer Pufferzone, denn hier ist der Eingang. Alle Wände, die von der Sonne direkt angestrahlt werden, arbeiten als Solarwände, sie geben die tagsüber gespeicherte Wärme nach Sonnenuntergang wieder ab.

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Die Haustiefe beträgt nur fünf Meter. Bei einer lichten Raumhöhe von 2,50 m reicht dann die Sonne in den Monaten November bis Februar, wo sie tief am Himmel steht, bis an die speicherfähige Masse der Rückwände. Im ersten Stock ist die Decke 15° geneigt, so dass Sonnenstand und Dachneigung beinahe gleich sind.

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F: Soll nun ein Haus so aussehen wie ein Schlafwagen oder wie ein Schiff? S: Nein. F: Wie denn? S: Wie ein Haus. Josef Frank, Vom neuen Stil



Natürliche Klimatisierung:
Während der Heizperiode wird die Sonneneinstrahlung durch die nach Süden ausgerichtete Fensterfläche eingefangen und in den Decken, Wänden und Böden gespeichert und bei Bedarf abgegeben: Natürliche Heizung. An warmen Sommertagen wird die Speichermasse umgekehrt benutzt; nachts lässt man die schweren Bauteile durch die Nachtluft abkühlen. Damit sind die Wände für den nächsten Tag wieder aufnahmebereit: Natürliche Kühlung. Während des Tages, wenn die Sonne steil am Himmel steht, ist der senkrechte Teil der Südfassade durch den Dachüberstand verschattet und der obere Teil der schräg stehenden Wintergartenverglasung aufgefahren. Damit hat man die Hitze im Griff. Für einen weiteren Ausgleich sorgen die hohen Bäume, die in der Nähe des Hauses stehen.

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…eine Ruine vorzubereiten, die durch Efeu im Lauf der Zeit schöner wird als alle anderen ... Guillaume Apollinaire


Da wir nicht in Santa Fe, New Mexico, am 36. Breitengrad mit sehr kalten Wintern aber hohem Sonnenstand und nicht im Gebirge auf 1800 m an einem Südhang gebaut haben, sondern am 48. Breitengrad in der Ebene, haben wir für den Winter eine Zusatzheizung. Wir heizen mit einer Gas-Therme oder einem Holzofen. In guten Jahren brauchen wir von Ende Februar bis Anfang November keine zusätzliche Heizung, und im Winter je nach Wetter ebenfalls nicht. Bewohner von Solarhäusern mit passiver Nutzung hören intensiv den Wetterbericht; denn kalte Tage mit strahlend blauem Himmel sind ideal, um den Winter ohne Heizung zu genießen.

Axel Tilch Gisela Drexler Architekten
Am Steinigen Graben 3
D-86911 Diessen am Ammersee
fon/fax +49 (0)8807 7220
sunhouse.td@t-online.de

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1. Die Architektur als Bauen von Türen zum Öffnen;...
sunhouse - 14. Jul, 12:21
pavel und helena
finde ich klasse. beste grüße pavel
pavelhelena - 8. Mai, 11:07
Austragshäusl
https://www.baumeister.de/ kleiner-segler/ //www .baunetz.de/meldungen/Meld ungen-Atelier_und_Gaesteha us_von_Tilch_und_Drexler_4 000977.html //www.bet on.org/service/presse/deta ils/scharfe-kante/ Ein...
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Ein Haus wie zwei Maggiwürfel. Erdgeschoss und Obergeschoss Das...
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Heute sind wir da, ob morgen auch noch, weiß man nicht. Tun wir, was wir können und bekümmern wir uns nicht.

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